Auf dem Badewannenrand

Da steht er, ein kleiner Karton in der Ecke seines Zimmers. Käme ein neue Frau zu ihm, er könnte sie mit den Dingen der Anderen bekleiden, sie schmücken, verwandeln, in alte, ihm bekannte, ihr fremde Zeiten zurück verfrachten. Dachte er, aber so einfach war das nicht.
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Feuer und Flamme

Sie lag im Bett, war ganz in seiner Nähe. Nur eine Ecke und zwei Mauern trennten sie und ihn voneinander. Ihn, Fritz, der, während sie langsam aus dem Schlaf einer Vorderhäuslerin gezerrt wurde, ohnmächtig auf seiner Couch im Seitenflügel vor sich hin schmorte. Sie kannte ihn nicht gut, den Fritz, und daran wird sich auch nichts mehr ändern.
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Wenn der Mond… 4

Wir stellen uns vor, wie Freundin / Freund xy soeben von einer aufregenden Auktion zurückgekehrt ist, wo „lost luggage“ vom Flughafen Tegel versteigert wurde.
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Gestrandete der Nebensaison

Eine Frau in lila-grüner Polyesterjacke, ein Glatzköpfiger in viel zu großen Schuhen, eine gestrandete Urne ohne Inhalt, ein pfeifender Miniatur-Piratenhund mit ausgestopfter Möwe auf der Schulter. Wir treffen sie am Stand einer kleinen Nordseeinsel.
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Merke:

Jede Frage, die mit einem “Entschuldigen Sie die Störung” beginnt, sollte unbeantwortet bleiben.

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Wenn der Mond… 3

Die goldnen Sternlein prangen nicht für die Frau und auch nicht für den Hund, der/den sie zieht. Denn in der Stadt tragen sie einen dicken, hellrosanen Mantel. So HELLrosa, dass sich die beiden Typen, die eben aus der Kneipe heraus treten, als der Hund die Frau / die Frau den Hund dort hinein zieht, fragen: Ist heute Vollmond?
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Passanten & Passagen. Eine kleine Fotoserie

Teil 3: Man kann sich nicht um alles kümmern.

ar

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Wenn der Mond… 2

Vor zwei Jahren verlor meine Freundin K. ihre Brille bei einem Sturz vom Rad,
und während ich sie, die nun fast blind war, am Arm haltend durch die Nacht
manövrierte, fragte sie mich plötzlich ganz verwundert, was das da
hinten für ein seltsames Gebäude sei. Es war der Mond. So sieht jeder irgendwas.
Was?
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Hermann sein Platz

Fotos & Soundcollage: ar, sd

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Endlich richtig Fett und Hirn verbrennen

Bild-/Audiocollage: ar

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In der Stadt 2

Collage: ar

Was quakt denn da?

Wer grillt denn da?

Was wächst denn da?

Wer hängt denn da?

Es war einmal eine Rasenfläche, die lag ganz ruhig auf ihrem mickrigen Nährboden und dachte gar nicht drüber nach, den zu verlassen. So schön war es hier.
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Wenn der Mond… 1

… untergeht, dann kriege ich das meistens nicht mit. Diese Erkenntnis hat mich neulich ganz plötzlich befallen, als ich auf dem Weg zum Geldautomaten fast über ein Kabel gestolpert wäre. Ein milder Schock, gefolgt von einer Erkenntnis, die mich nachhaltig verunsichert.
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Passanten & Passagen. Eine kleine Fotoserie

Teil 2: Spielregeln.

ar

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In der Stadt 1

© prallin

Eine Stadt hat Sehenswürdigkeiten. Das gehört sich so. Ich werbe normalerweise um die Stadt, in der ich lebe, indem ich in ihr spazieren gehe und sie interessiert angucke. Dabei bewege ich mich meistens abseits der allgemein anerkannten Sehenswürdigkeiten.

150 Mal am Tag fährt ein Bus an einer besonders repräsentativen Auswahl dieser Sehenswürdigkeiten vorbei. Vielleicht muss ich mal diesen Bus nehmen, um die Stadt zu knacken. Die Stadt soll mein Lächeln erwidern!
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Passanten & Passagen. Eine kleine Fotoserie

Teil 1: Zwei Männer, ein Helm, kein Wort.

ar

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Zurückbleiben, bitte!

Fotocollage: ar

Gefühlt mögen es etwa 300 Menschen sein, die in einer Minute 66 Sitz- und 133 Stehplätze des Abteils mit mir zu teilen gedenken. Noch ahne ich nicht, dass ich zu denjenigen zähle, die Platz nehmen werden. Kurze Zeit später denke ich irgendetwas mit Sozialdarwinismus, schlage ein Bein über das andere, umarme ich mich selbst und starre vor mich hin. Manch einer würde nun eher eine Siegerpose einnehmen und das gequetschte Leid der anderen betrachten. So nicht ich.
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Anleitung zum Glücklichsein

Foto & Audio: ar

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Wie ich eines Tages versuchte, die deutsch-israelische Freundschaft zu vertiefen

Es ist ein heißer Sommertag im August. Ich mache mich auf den Weg, meine griechische Cousine vom Flughafen in Schönefeld abzuholen. Ich habe so etwas Exotisches wie eine griechische Cousine, weil meine Tante in den 80er Jahren nach Rhodos ausgewandert ist und einen Griechen geheiratet hat. Die Ehe ist mittlerweile geschieden, die urlaubstechnisch sehr praktische Verwandtschaft auf der Mittelmeerinsel geblieben. Meine Cousine hatte ich allerdings acht Jahre nicht mehr gesehen. Dank Facebook wusste ich trotzdem, wen ich abzuholen hatte. Sie war mit ihren 22 Jahren bisher kaum über die Grenzen Griechenlands hinausgekommen und wollte einen Deutschkurs in Berlin machen. Ich freute mich riesig, endlich mal «große Schwester» spielen zu dürfen.
Auf dem Weg zum Flughafen wurde ich zwischen Grünbergallee und Schönefeld Airport von einem untersetzen, wie alle seiner Art unfreundlich dreinschauenden, Kontrolleur kontrolliert. Mein Herz klopft dann zwar immer noch ein bisschen schneller als normal, doch nach zwei Jahren entspannter Semesterticketnutzung nicht mehr ganz so schnell. Alles geht gut.
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Nackt wie Adam. Nur anders

© twicepix, Bearbeitung: ar

In 15 Minuten könne er da sein. Bei mir. Ganz spontan.
Ich kenne ihn nur flüchtig, was nicht heißen soll, dass ich aus diesem Grunde etwas gegen seinen Besuch einzuwenden habe. Aber in 15 Minuten?
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Ein paar Schöpfungsgeschichten

Erstens

Das Wetter verspricht gut zu werden. Fluffige Cumulus-Wolken am blaurotlilanen Morgenhimmel. “Bei solchen Farbmischungen muss ich immer an diesen Loriot-Sketch denken, Beim Eheberater, wo der Mann nach seiner Lieblingsfarbe gefragt wird, und er sagt: Grau. Blaugrau. Blaugrüngrau. Und so weiter”, sagt P mit einem dampfenden Kaffeebecher in der Hand. Ich denke bei mir, Kaffee riecht einfach viel besser als er schmeckt.

Wir haben wochenlang gearbeitet. Erstmal mussten wir ja das Material irgendwo herbekommen, und dann stellte sich natürlich gleich die Frage: was für ein Material überhaupt? P hat Materialien recherchiert, X hat sich generell schon mal nach möglichen Sponsoren umgeguckt, und ich habe mir Gedanken zur Deko gemacht. X hat irgendwann J zu einem Treffen mitgebracht, der meinte, er kennt sich aus mit Tontechnik und kann auch die ganzen Geräte umsonst irgendwo herkriegen, kein Problem.
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